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Sonntag, 24. Januar 2016

Creatio: Un ballo in maschera


Bei diesen Fotos hatten wir hier zwar noch lässige 8 Grad, aber aus meinem Mantel zu schlüpfen, um Euch mein Abendkleid zu zeigen, hat doch etwas Überwindung gekostet. Aber für Euch leide ich doch gerne und darum darf jetzt das ganze Internet meine Gänsehaut bewundern, #nofilter und so :D

Denn wir waren mal wieder in der Oper, Verdis Maskenball wurde gegeben und läuft seitdem bei mir in Dauerschleife... bald kann ich alle Arien mitsingen ^_^ Für mich gibts einfach nichts Schöneres als ein Opernbesuch, um sich mal vom Alltagstrott zu erholen: Man kann sich so richtig schön aufstylen, dafür nehme ich mir dann immer viel Zeit und baue ein tolles Outfit um ein Abendkleid herum, das ich sonst so nie anziehen könnte (normalerweise trage ich ja auch im Alltag gerne Outfits, die die meisten anderen Menschen für overdressed ansehen würden, aber bei langen Abendkleidern hörts dann irgendwo auf ^_^). Dann trinkt man im Foyer des Staatstheaters ein Glas Sekt mit seinem Kerl, der im Smoking noch viel besser aussieht als sowieso schon, und lästert ein bißchen über die Besucher, die bei der Wahl ihres Outfits danebengegriffen haben, aber nur ein bißchen, weil man so gut gelaunt und darum ausnahmsweise großzügig gestimmt ist :D 

Und dann sitzt man im Saal, das Licht geht aus und die Musiker fangen an zu spielen... da könnte ich wirklich ins Schwärmen geraten. Das Tolle an der Oper ist (abgesehen von der Musik und all dem, was ich gerade aufgezählt habe), dass die Sänger sich noch richtig Zeit nehmen, etwas auszudrücken. Im Film dagegen wird man ja heutzutage nur so durch die Szenen gejagt. Habt Ihr schonmal einen alten Film gesehen und Euch total gelangweilt, weil Ihr das Gefühl hattet, es passiert ewig nichts? Wir sind alle so an zeitgenössische Filme gewöhnt, wo sehr viel sehr schnell nacheinander geschieht. Es gibt dafür sogar eine Maßeinheit, die angibt, wie oft in einer Minute die Emotionen der Zuschauer hochgejagt werden z.B. durch eine Schrecksekunde, eine Pointe u. ä. (hab ich mal gelesen, aber ich find den Begriff grad nicht wieder). Aber dadurch wird man emotional eben auch schneller ermüdet, ein Gewöhnungseffekt tritt ein und gelegentlich ertappt man sich dabei, dass auf dem Bildschirm gerade 5 Bösewichte vom Actionhelden abgeknallt wurden und man hat völlig verpasst, wie :D Ich mag schon auch Filme und Serien, aber ich tue dann gerne etwas nebenbei, bloggen, nähen, auf Whatsapp chatten, usw.. Bei einer Opernaufführung ist das etwas ganz anderes, eine viel intensivere Erfahrung... böse Zungen würden dazu sagen "Die sterben da 20 Minuten lang", aber mir gefällts. Man muss sich eben richtig darauf einlassen.

Kleid, Haarreif, Clutch - Miss Selfridge // Armbänder - Bijoux Brigitte // Schuhe - Zara
Wie findet Ihr das Abendoutfit? Ich hätte da noch ein weiteres für Euch in petto, denn gestern war eigentlich noch ein zweiter Opernbesuch geplant... EIGENTLICH -.- Dazu gibts eine Story, die ich Euch dann aber zum passenden Outfit erzähle. Jetzt nehme ich erstmal die Finger von der Tastatur, morgen steht nämlich eine Lehrprobe an, also heißt es heute Abend weniger bloggen, mehr Impulse üben o.O

Aber haec omnia sunt vanitates,



Dienstag, 1. Dezember 2015

Creatio: Lieblingsmantel


Den Post zu meinem DIY-Kleid bin ich Euch bisher ja noch schuldig geblieben, aber auf den Fotos trage ich das Kleid immerhin, auch wenn man es nicht sehen kann. Vor einigen Wochen gings für mich und den Liebsten nämlich ins Staatstheater zu Don Giovanni und die Fotos, die vor der Aufführung entstanden sind, haben mir so gut gefallen, dass ich sie mir bisher immer aufgehoben habe. Das ist diese "Das Beste zum Schluss"-Mentalität, wie beim Essen :D Aber die letzten Wochen waren für mich sehr arbeitsreich und dafür sehr arm an gutem Fotolicht (fieser Dauerregen -.-)  und jetzt gehen mir solangsam die Fotos aus. Ich hoffe, wir können am Wochenende nochmal welche fabrizieren... 

Bis dahin zeige ich Euch erstmal den Mantel, den ich über meinem Opernkleid getragen habe. Er ist nämlich mein allerliebster Lieblingsmantel, wunderbar warm dank Kaschmiranteil und knöchellang. Schon den dritten Winter in Folge begleitet er mich und hält sich bis jetzt hartnäckig auf meiner Favoritenliste. Ich kombiniere ihn gerne mit einer Vielzahl an Schals, Tüchern und Stolen, wie diesmal mit meinem grau-rosanen Federkragen. Der passte gerade so gut zum unsichtbaren Kleid... das könnt Ihr allerdings erst im nächsten Post überprüfen, denn die Kleidfotos muss ich jetzt aus lauter Paranoia vor der Sintflut am Wochenende noch ein paar Tage zurückhalten, nicht dass ich dann doch mal ohne Outfitpostplan B dastehe ^_^


So einen kleinen Einblick gibts zum Schluss doch noch... Wie gefällt Euch das (halbe) Outfit? Habt Ihr Euch schon einen langen Mantel zugelegt oder mögt Ihr die kurzen Exemplare lieber? Wenn Ihr Euren schönsten Mantel schon gepostet habt, lasst mir doch mal einen Link da =)

Aber haec omnia sunt vanitates,

PS: Oh Mann, ich versinke momentan so sehr in Arbeits-Emails, ich hab grad ernsthaft "Mit freundlichen Grüßen" unter den Post geschrieben... ich brauch Urlaub o.O

Dienstag, 24. September 2013

Creatio: Reiselust

Mit diesem Post möchte ich mich für die nächsten paar Tage verabschieden - ich fahre nämlich nach München! Nein, nicht zum Oktoberfest, in die Münchner Staatsoper, denn ich habe im letzten Moment zwei Karten für eine meiner Lieblingsopern ergattern können =)  Mein Opernoutfit zeige ich Euch, wenn ich zurück bin, aber ich brauchte natürlich auch ein Tagesoutfit, das bequem genug für die Reise, aber hübsch genug für München ist:


Rausgesucht habe ich dafür einen violetten Trenchcoat mit Lederärmeln, einen bequemen dünnen Pullover und einen Faltenrock, der das Lederelement des Mantels nochmal aufgreift.



Dazu trage ich eine Tasche, in die alles reingeht, was ich für 8 Stunden Busfahrt brauche (das wird ein Spaß >.<), eine Statementkette und meine Kappe, für den Fall, dass meine Frisur die Reise nicht übersteht =)



Heute muss noch alles fertiggepackt und geplant werden...

Das habe ich schon erledigt:
  • Outfit planen und bereitlegen
  • Reiselektüre aussuchen
  • alberne Spiele aufs Tablett laden
  • Nägel passend zum Opernkleid lackieren
  • Accessoires zum Opernoutfit zusammensuchen
  • Opernkarten ins Abendtäschchen stecken
  • meine paraoide Furcht, die Opernkarten zuhause zu vergessen, besiegen
Das muss ich noch tun:
  • Opernkleid knitterfrei verpacken
  • Smokinghemd des Mannes bügeln
  • sämtliche Akkus aufladen, die man nur aufladen kann
  • Fernbus-Buchungsbestätigung ausdrucken
  • Wecker für morgen stellen
Das habe ich stattdessen getan:
  • Planlos in der Wohnung rumrennen
  • Ausdrucken der Fernbus-Buchungsbestätigung an Mann delegieren
  • Mich ärgern, dass ich meine Nägel nicht passend zum Reiseoutfit granatrot lackieren kann
  • Kurz erwägen, zum Opernoutfit lange weiße Satinhandschuhe zu tragen
  • Feststellen, dass es zum Shoppen jetzt wirklich zu spät ist
  • Mich endgültig vom Gedanken an granatrote Nägel verabschieden
  • In der Hektik meinen Lieblingshaarreif zerstören
  • Diesen Post verfassen

Da muss noch mehr drin sein... deshalb verabschiede ich mich jetzt in die Minibloggerferien und gebe das Zepter in Hermias fähige Hände =)

Aber haec omnis sunt vanitates,
Eure Héloise

Dienstag, 4. Juni 2013

Sententiae Heloisae: Über Opernkleidung und Dresscodes...

So, nach zwei Tagen bin ich nun wieder zuhause... wir haben eine wundervolle  Inszenierung der "Götterdämmerung" gesehen mit einer hinreißenden Brünnhilde, einer tollen Walküre und einem ganz-okayen Siegfried =) Die Aufführung war auch sehr gut besucht, von Menschen jeglichen Alters. Ich habe mein wundervolles neues Abendkleid getragen und mein Liebster kam in Anzug und Fliege  - das war wirklich schon James-Bond-verdächtig <3 Wir waren ohne Übertreibung die bestangezogensten Menschen im Saal...


Und da wären wir auch gleich schon beim Thema - ich habe nämlich noch nie vorher in einer Opernaufführung so viele schlecht angezogene Menschen gesehen. 

Im Großen und Ganzen ließen sich alle schlecht angezogenen Menschen in drei Kategorien einteilen:

1. Die Abgerissenen: Leute, die absichtlich in Alltagskleidern a la Jeans und T-Shirt gekommen sind, offensichtlich um zu zeigen, dass sie so freigeistig und rebellisch sind, dass sie es nicht nötig haben, sich der Konvention der eleganten Opernkleidung zu unterwerfen. Dummerweise ist es mittlerweile (leider) so verbreitet, nachlässig gekleidet in die Oper zu gehen, dass es schon wieder konventionell ist, sich nicht an den Dresscode zu halten... den gar nicht mehr vorhandenen Dresscode =/

2. Die Blinden: Leute, die sich zwar elegant kleiden wollten, aber anscheinend glauben, dass es für Eleganz völlig ausreicht, wenn im Outfit irgendwo Schwarz vorkommt. Bei den Frauen gab es da im Großen und Ganzen nur zwei Optionen: schwarze Hose und schwarzes Oberteil oder schwarzes Hose und grellgemustertes übergroßes kittelschürzenartiges Etwas, das der Einfachkeit halber hier "Bluse" genannt werden soll.

3. Die Langweiligen: Paradebeispiel schlichtes Kleid + Blazer - ein Outfit, mit dem ich zur Uni gehen würde oder zum Shoppen, aber nicht zur Oper...

Mal im Ernst: Prinzipiell ist mir jeder sympathisch, der Wagner so schätzt wie ich. Und ich finde es ja gut, dass es keine strengen Kleidervorschriften mehr gibt, dass niemand mehr gezwungen wird, zu Anlässen wie Opernaufführungen so-und-so aufzutreten (Ehrlich gesagt, ich finde es NICHT gut. Aber mein Wunschtraum, allen Menschen guten Geschmack aufzuzwingen, ist eine reine Tyrannenphantasie von mir, die niemand ernst nimmt, am wenigsten ich selbst). Aber gerade jetzt, wo es keinen Zwang mehr gibt, in Abendkleid  und Smoking aufzutreten, sollte man es doch genießen können, wenn man das mal darf. Wenn ich mir für einen Anlass wochenlang vorher Gedanken um mein Outfit mache, dann ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass ich mich auf diesen Anlass freue, dass ich mich dort toll fühlen und den Abend zu etwas Besonderem für mich machen will... es ist ein Zeichen für meine Wertschätzung.

Und überlegt doch mal, wie viele Anlässe gibt es schon, bei denen man mit einem so richtig übertrieben schicken und extravaganten Kleid auftreten kann, wenn man nicht gerade regelmäßig zu Roter-Teppich-Veranstaltungen eingeladen wird? Der Abiball... die Hochzeit... der Winterball der Uni... viel mehr fällt mir nicht mehr ein. Da muss man die wenigen Gelegenheiten doch nutzen, wenn sie mal kommen =)

Zugegeben, es ist gut, dass die Zeit vorbei ist, in der Menschen nicht wegen der Musik in die Oper kommen, sondern um sich (und ihre kostspieligen Kleider) sehen zu lassen. Aber die Folge davon ist, dass es mittlerweile zu einer Konvention geworden ist, sich durchschnittlich zu kleiden! Wir zwei z.B. wurden den ganzen Abend lang ständig angestarrt (und mein Kleid ist zwar hübsch und schick und besonders, aber sicher  nicht das extravaganteste, auffälligste Kleid der Welt). Wo ist denn nun all die Freigeist, die Lockerheit und Liberalität, wenn man mit einem schlichten Abendkleid wie meinem schon aus der Reihe tanzt?!

Ich finde einfach, dass die Menschen in einer Gesellschaft, in der alle so auf ihrer Individualität beharren, sich ruhig ein bißchen mehr Mühe geben könnten, nicht allzu überangepasst aufzutreten - wenigstens zu so besonderen Anlässen.

Aber haec omnia sunt vanitates,

Eure Héloise

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