Ich habe Euch ja
hier schon von der Lesung erzählt, die ich letztens besucht habe - heute möchte ich Euch, wie angekündigt, das Buch vorstellen: Peter Jackobs "Die Jagdgesellschaft von Billingshurst", ein literarisches Pasticcio, das an die Sherlock-Holmes-Romane von Sir Arthur Conan Doyle anknüpft, erschienen 2013 im
Gollenstein-Verlag.
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| Der Autor mit Mitgliedern der Deutschen Sherlock-Holmes-Gesellschaft (Bildrechte Frank Schilz) |
Worum es geht: Im Rosenbeet des angesehenen Bankiers John Drummond finden grabende Jagdhunde eine weibliche Leiche. Drummond, der befürchtet, des Mordes verdächtigt zu werden, wendet sich umgehend an Sherlock Holmes und bittet ihn, seine Unschuld zu beweisen und herauszufinden, wer die Leiche in seinem Garten versteckt hat. Ob es Holmes gelingt, das Komplott aufzuklären und ihn vor dem Galgen zu bewahren?
Warum man das Buch lesen sollte: Wer wie ich ein Faible für klassische Krimis hat, findet den Roman garantiert nach seinem Geschmack. Zuerst einmal fällt auf, dass die Figuren und die Welt der Sherlock-Holmes-Romane auf sehr stimmige Weise übernommen werden. Kenner finden sofort Doyle-typische Elemente (Dr. Watson als Erzähler, die pointierten Dialoge zwischen den Protagonisten, Holmes als letzte Instanz). Aber der Autor beschränkt sich nicht nur auf die vorgegebenen Elemente, sondern entwickelt sie weiter, ohne dass man immer genau sagen kann, was nun "dazugedichtet" ist (Und ich bin bei sowas SEHR heikel und voreingenommen, wenn es um meine Lieblingsfiguren geht - z.B. bin ich schon aus Prinzip gegen jeden Dracula-Schauspieler, der nicht Christopher Lee heißt. Wenn also nicht einmal ich etwas an der Adaption auszusetzen habe, muss sie sehr gelungen sein). Überhaupt wird die Welt des späten 19. Jahrhunderts sehr detailgetreu dargestellt. Und trotz eifrigen Rätselns hat mich die Auflösung völlig überrascht. "Die Jagdgesellschaft von Billingshurst" ist bereits der zweite Sherlock-Holmes-Roman von Peter Jackob - der erste (
"Das Geheimnis von Compton Lodge") steht bereits auf meiner imaginären Leseliste.
Natürlich gibt es hier auch wieder ein passendes Outfit:
Mir schwebte hier eine Mischung aus modernen und Steampunk-Elementen vor, die - wie immer - demnächst für Euch nachgestylt wird =)
Aber haec omnia sunt vanitates,
Eure Héloise
Post Scriptum: Okay, eine winzig kleine Unstimmigkeit ist mir doch aufgefallen. Holmes klaut nämlich Mrs. Hudson's Brotnetz, um Leichenfliegenlarven darin auszubrüten, und kauft ihr dann zur Entschädigung ein neues Brotnetz. Er persönlich. Höchstselbst. MIT SEINEN EIGENEN HÄNDEN. Und das soll ich glauben?! =D